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Pyrenäen 2003 - Tag 09


16.07. (Alquezar - Toulouse - Galliac)

Heute wollten wir uns in Richtung "Tour de France" aufmachen und verliessen gegen Mittag Alquezar. Unterwegs suchte ich verzweifelt einen Briefkasten, schliesslich wollte ich meine spanischen Ansichtskarten auch in Spanien abstempeln lassen. In Barbados wurden wir fündig. Unterwegs tankten wir für 79 Cent pro Liter. Man war das eine Wohltat, endlich mal deutlich mehr Liter als Euro.
Diesmal mussten wir die Pyrenäen direkt überqueren. Nach wunderschönen Strassen führte uns der Weg durch einen 5km langen Tunnel. Bei der Einfahrt konnten wir noch 26°C Aussentemperatur messen und bei der Ausfahrt waren es nur noch 18°C.
Kurz vor der Grenze besuchten wir wieder einen Supermarkt, in dem es reichlich preiswerten Alkohol gab und der bei den Franzosen wohl sehr beliebt war. Immerhin floss hier der Wein aus Wasserhähne direkt in 5-Liter Kanister.
Wir versuchten die französische Maut zu umgehen und fuhren lieber Landstrasse nach Toulouse und Galliac.
In Galliac besuchten wir das Tourismusbüro, um uns nach Zeltplätzen und der genauen Strecke des für Übermorgen angesetzten Zeitfahrens zu erkundigen. In einem kleinen Dorf unweit von Galliac sollte es einen Zeltplatz geben, der wohl auch noch über freie Kapazitäten verfüge.
In diesem Dorf gab es einen Kreisverkehr mit fünf Ausfahrten. Nachdem wir alle fünf getestet hatten und jedesmal nach einigen Metern ausserhalb des Dorfes wieder wendeten, trafen wir zufällig einen Dorfbewohner und ich kratzte meine ganzen Französichkenntnisse zusammen (immerhin waren es ganze 5 Wörter):
bonjour monsieur, excusez-moi - camping ???

Der gute Mann liess allerdings gleich seine Schubkarre mitten auf der Strasse stehen. Als Jens gewendet hatte, unterbrach er unser Pseudogespräch und lief auch gleich los, um seine Karre von der Strasse zu nehmen. Zu allem Überfluss stieg jedoch Torsten aus und ging auf den Mann zu. Nun waren seine Managementfähigkeiten gefragt, und eins nach dem anderen, machte er Torsten verständlich, dass ich zuerst gefragt habe. Aber da wir zusammengehörten, war dies auch kein wirkliches Problem.
Er war ein wirklich sehr netter Mann und erklärte uns dreimal den Weg: Zurück zum Kreisverkehr, schräg gegenüber wieder raus und an der nächsten Kreuzung dann rechts! Dazu malte er uns den Weg mehrmals auf die staubige Strasse und mit fiel mein sechstes Wort wieder ein (comprendre).
Gesagt, getan, doch da kam kein Zeltplatz und wir waren wieder im nächsten Dorf. Dort fragte Torsten in einem Café nach dem Weg und bekam eine bessere Beschreibung aufgezeichnet. Nicht rechts sondern links sollen wir abbiegen. (Später stellte sich wohl heraus, dass wir die falsche Kreisverkehrsausfahrt genommen hatten)
Aber wir haben den Zeltplatz gefunden und liessen uns nieder. Die wenigen Camper auf diesem Zeltplatz waren auch noch fast alle aus Deutschland.

Am Abend wurde wieder gegrillt, was die benachbarten Motorradfahrer aus'm Rheinland animierte, gleiches zu tun. So zogen sie gleich los, um Grillgut und -kohle zu kaufen. Wieder zurück mussten sie feststellen, dass die Franzosen hier kleine Holzscheitel zum Grillen benutzen. So halfen wir mit Grill und deutscher Kohle aus.

 

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2012-02-07